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Branche bleibt Exportweltmeister



Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des VDW: »Wir haben unseren Weltmeistertitel vor China und Japan verteidigt«

Werkzeugmaschinenausfuhr im Vergleich zu 2022 gestiegen. Im vergangenen Jahr verkaufte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie Maschinen einschließlich Teile und Zubehör im Wert von rund 9,5 Mrd. Euro ins Ausland. Das waren 9 Prozent mehr als 2022. »Damit haben wir unseren Weltmeistertitel vor China und Japan verteidigt«, kommentiert Dr. Markus Heering, Geschäftsführer beim VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), Frankfurt am Main, das Ergebnis.

 

Die Ausfuhren nach Amerika sind mit 18 Prozent Plus innerhalb der Triade am kräftigsten gewachsen. Treiber waren die USA, insgesamt zweitgrößter Absatzmarkt für die Deutschen mit einem Anteil von 15 Prozent. Sie haben Waren im Wert von 1,4 Mrd. Euro abgenommen. Das entspricht einem Wachstum von 19 Prozent. »Unsere Mitglieder schätzen den US-Markt grundsätzlich positiv ein, auch für die Zukunft«, berichtet Heering. Mexiko wird ebenfalls positiv bewertet. Das Südamerika-Geschäft hingegen verlor 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

 

Die deutschen Ausfuhren nach Asien stiegen im vergangenen Jahr um 7 Prozent. China ist mit rund 17 Prozent Anteil das wichtigste Zielland überhaupt. Gegenüber dem Vorjahr wuchsen die Exporte um 6 Prozent auf ein Volumen von 1,6 Mrd. Euro an, blieben damit jedoch deutlich hinter dem letzten Spitzenjahr 2018 zurück. Das Geschäft läuft aus Sicht vieler Firmen schlecht. »Die Konjunktur in China ist schwach und das Land koppelt sich in seinen Autonomiebestrebungen weiter von ausländischen Importen ab«, berichtet VDW-Geschäftsführer Heering. Daher ist es wichtig, die Märkte noch stärker zu diversifizieren und sich stärker um alternative Wachstumsmärkte kümmern, zum Beispiel in der Asien-Region. Auch Indien werde attraktiver, so Heering.

 

Europa ist in der Triade mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent die größte Absatzregion für deutsche Hersteller. Dennoch blieb die Wachstumsdynamik im Heimatmarkt mit einem Plus von 6 Prozent und einem Volumen von rund 4,9 Mrd. Euro das Schlusslicht. »Obwohl die meisten westeuropäischen Länder zugelegt haben, sehen die Werkzeugmaschinenhersteller Europa zum Teil skeptisch«, erläutert Heering. Die Neuaufträge sind aufgrund der aktuell lahmenden Wirtschaft rückläufig. Das gelte insbesondere für den drittgrößten Absatzmarkt weltweit, Italien, der seine Subventionspolitik der vergangenen Jahre spürbar heruntergefahren hat. Nordeuropa wird positiv eingeschätzt, ebenso wie das Türkeigeschäft, das 39 Prozent zulegen konnte.

 

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie hängt zu 70 Prozent am Export. Die schwache internationale Investitionsgüternachfrage, die auch deutsche Kunden in Mitleidenschaft zieht, erschwert das Geschäft. »Mit einer breiten Marktbelebung rechnen die Konjunkturexperten erst wieder im kommenden Jahr«, sagt Heering abschließend.

 

www.vdw.de