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Nominierte des EPHJ-Ausstellerpreises



Mikrotechnik in vielen Facetten: Unter den Dutzenden von Innovationen, die auf der diesjährigen Messe EPHJ 2026 in Genf vorgestellt werden und sich um eine Auszeichnung beworben haben, hat die Jury des EPHJ-Ausstellerpreises 2026 sechs Nominierte ausgewählt, die die Vielfalt der in Genf vertretenen Kompetenzen widerspiegeln. Von der Mikrodosierung über die optische Messtechnik, von ultrareinen Einkristallen bis hin zu miniaturisierten Uhrenkomponenten, von der Präzisionsbearbeitung bis zur 3D-Galvanoformung zeigt diese Auswahl, wozu die Mikrotechnik heute imstande ist.      

 

Als erster Nominierter präsentiert das Unternehmen Ciposa mit ›Smart Dispensing‹ eine Automatisierungslösung für Mikrodosierprozesse, die auf dem Erlernen menschlicher Bewegungsabläufe basiert. Die Technologie erfasst Bahnen, Geschwindigkeiten, Durchfluss- und Prozessparameter und reproduziert diese auf einem 3-achsigen kartesischen Roboter mit einer Präzision von ±5 µm.    

 

Mit IotaMetrix würdigt die Auswahl einen wichtigen Fortschritt in der zerstörungsfreien Prüfung. Das Startup hat eine optische Messtechnologie auf Basis der Photonen-Reallokation patentiert, die berührungslos und ohne Probenvorbereitung arbeitet und eine laterale Auflösung von 86 nm auf unterschiedlichsten Materialien erreicht, einschließlich polierter, transparenter oder stark reflektierender Oberflächen.      

 

Die Jury hat zudem Krystalix ausgewählt, ein Deeptech-Unternehmen aus dem Simap-Labor der Universität Grenoble, für seine Technologie zur Züchtung von Einkristallen im magnetischen Kalttiegel. Dieses patentierte Verfahren ermöglicht Temperaturen von über 3000 °C, reduziert Verunreinigungen und senkt den Energieverbrauch um 45 Prozent. Mit seiner Positionierung in der Luxusuhrenindustrie, der Verteidigungsindustrie und der Mikroelektronik verdeutlicht Krystalix die wachsende Bedeutung der Werkstoffinnovation im Ökosystem der Hochpräzision.      

 

Im Bereich der Uhrenkomponenten hebt sich MPS Watch mit ›SpragWay‹ hervor, einem miniaturisierten Hochleistungs-Freilauflager. Hervorgegangen aus der Miniaturisierung eines Sperrklinken-/Klemmrollensystems, das in ein Vierpunkt-Kugellager integriert ist, überträgt SpragWay bei einem Durchmesser von 4 mm mehr als 10 mNm – also das Zehnfache des Drehmoments von ›OneWay‹ – bei einem nahezu nicht vorhandenen Totwinkel von 0,03°.    

 

Eine weitere ausgewählte Innovation stammt von Louis Bélet. Das Unternehmen präsentiert PCD-Bohrer mit Innenkühlung für die Bearbeitung ultraharter oder schwer zerspanbarer Werkstoffe. Diese Hybridarchitektur verbindet einen Wolframkarbidkörper mit einer lasergebohrten Spitze aus polykristallinem Diamant. In bleifreiem Messing wurde ein Bohrer mit 2,28 mm Durchmesser bei mehr als 800 mm/min validiert – ohne Lüftungsbohren und verwickelte Späne. Dies eröffnet neue Optionen für die Uhrenindustrie und die Medizintechnik.      

 

Schließlich ist NanoVoxel für sein ›Vera‹-Verfahren nominiert, das die Grenzen der traditionellen Galvanoformung verschiebt. Durch den Ersatz der konventionellen UV-Lithografie durch ein 3D-Mastering auf Basis der Zwei-Photonen-Polymerisation (2PP) ermöglicht das Unternehmen die Herstellung freiformiger metallischer 3D-Mikrobauteile mit µm-Präzision, Sub-µm-Auflösung und auf rund zwei Wochen verkürzten Entwicklungszyklen. Diese Innovation eröffnet neue Perspektiven für die Uhrenindustrie, hochwertigen Schmuck, die Medizintechnik und die Mikrotechnologien.        

 

www.ephj.ch